Martins Weinwelt: Was ist falsch an Chardonnay?

In Gaststätten vieler englischsprachigen Länder antworten Gäste auf die Frage, welchen Wein sie gerne hätten, oft mit dem Spruch: I'd like to have one of your ABC-Wines. Wobei das Kürzel ABC steht für: Anything but Chardonnay! Also, alles außer Chardonnay. Warum das? Was ist falsch damit? – Chardonnay ist wohl die am meisten verbreitete Weißweinrebe weltweit.

 

Chardonnay ist robust und gedeiht praktisch überall auf der Welt. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn dieser Wein kann tatsächlich je nach Herkunft einen völlig anderen Charakter haben. Oftmals ist nur der Name der namensgebenden Rebe gleich, die Weine sind es nicht.

Es wird wirklich viel Schindluder mit dieser edlen Weinsorte getrieben.

In den USA und in Australien schmeckt er meist breit und holzig, weil er da mit Eichenholzpellets "veredelt" wird, was eine Holzfasslagerung vorgaukeln soll. Ähnlich in Südamerika. In diesen und anderen Ländern wird er oft auch fantasielos im Stahltank als Massenwein ausgebaut.

Öde und langweilig.

Dabei handelt es sich beim klassischen Chardonnay um eine hervorragende Weinrebe, die ihren Ursprung im Burgund hat und auch heute noch die einzige Weißweinsorte ist, die dort als Weißer Burgunder (nicht zu verwechseln mit Weißburgunder, welcher eine eigene Rebe ist) angebaut werden darf. Wer einmal einen Puligny-Montrachet, einen Mersault, einen guten Chablis oder Pouilly-Fuissé getrunken hat, wird nie vergessen, wie fantastisch ein gut gemachter Chardonnay schmecken kann. Das hat allerdings seinen Preis. Aber es gibt auch gute und günstige Chardonnays im Süden Frankreichs, z.B. aus dem Pays d'Doc oder der Gascogne.

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