Martins Weinwelt: Keine Kneipe ohne

Der Grauburgunder (Pinot Gris) hat seinen Siegeszug in Deutschland erst im Laufe der 1990er Jahre angetreten. Er ist die deutsche Antwort auf den Pinot Grigio, den uns die Italiener ein paar Jahre zuvor mit beachtlichem Erfolg über die Alpen geschickt hatten. Dabei handelt es sich um exakt dieselbe Weinsorte.

 

Heute ist der deutsche Grauburgunder meist die qualitativ bessere Alternative. Entstanden ist er aus einer Mutation des Pinot Noir, der Rotweinrebe, aus der der klassische rote Burgunder (in Deutschland: Spätburgunder) gewonnen wird. Die Frucht des Grauburgunders hat eine rötlich-graue Haut (daher der Name) und fristete in Deutschland vormals unter dem Namen "Ruländer" ein Schattendasein. Das war eine oft süße Plörre und nur regional im Badischen Raum vertreten.

Jedenfalls haben die Italiener gezeigt, was man aus der Rebe machen kann, und fortan haben auch deutsche Winzer begonnen, den Pinot Gris trocken auszubauen. Mit einem Super-Erfolg. Binnen kurzer Zeit hat sich der nunmehr Grauburgunder genannte Wein zu einem der Lieblingsweine bei uns entwickelt. Und dies zu recht: Der Wein ist einfach vollmundig, passt zu vielen Speisen, ist unkompliziert und trifft den Massengeschmack. Grauburgunder hat einen etwas höheren Alkoholgehalt, ist meist strohgelb, schmeckt rund und aromatisch.

Es ist keine große Rebe, aber man macht damit selten was falsch.

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