Soljanka in der Gartenlaube

Ferien auf Rügen. Die Umgebung dieser großen Ostseeinsel erkunden. Meer und Strand, Land und Leute genießen – und: „spannend“ essen. Soljanka heißt der Eintopf, der in Ostdeutschland nach wie vor ein Klassiker ist. Unsere erste Soljanka gab’s in einer XXL-Gartenlaube.

 

Das Dorf war übersichtlich. Kirche, alte Schule, die als Museum dient, Tante-Emma-Laden – und ein Restaurant. Korrektur: zwei Restaurants. Das Zweite entdeckte ich so:

Abends auf der Terrasse im Strandkorb, die Ruhe atmen, den spannenden Urlaubs-Thriller lesen – und dann heiteres Stimme-Stakkato von irgendwo her. Nicht zu laut, nicht störend, aber dauernd da.

Einfach den Stimmen folgen, dachte ich mir neugierig - und landete nach kurzer Zeit in eine ein bisschen zu groß geratene Gartenlaube. Auf weißen Plastikstühlen mit bunten Kissen saßen gefühlt 30 Menschen, essend, trinkend, lachend.

Der Wirt dieser Gartenlauben-Gaststätte entpuppte sich als Vertriebsgenie. Kaum stand ich da, war er auch schon an meiner Seite. Und schwups saß ich an einem der Tische mitten zwischen Menschen, die ich nicht kannte.

„Ehe Sie hier die Speisekarte suchen, die haben wir nämlich nicht – heute gibt’s Soljanka. Ok, wir haben Bratwurst, Schnitzel und Fisch. Aber nehmen Sie Soljanka“

„Soljanka?“

„Probieren Sie. Ist gut“.

Sie war besser als gut.

Beim abschließenden Schwarz-Bier drei Stunden später verriet mir der Wirt sein Soljanka-Rezept.

Gibt’s jetzt mindestens einmal im Jahr – sommertags mit einem schmunzelnden Gruß Richtung Rügen in die XXL-Gartenlaube.

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