Die Petersilien-Krise

Wenn ein langes Wochenende bevor steht und es im Supermarkt keine Petersilie mehr gibt, denken viele wieder an einen Kräutergarten.

 

Mein Lieblings-Supermarkt - doch das gibt es - vorm langen, feiertaggeprägten Wochenende: voll, rammelvoll. Auch die Parkplätze. Kassen und EC-Karten glühen. Lange Einkaufslisten werden abgearbeitet. Es geht hektisch zu. Da rammen Einkaufswagen gegen fix aufgebaute Sonderverkaufsstände, die - aufmerksamkeitsstark platziert - einfach nur den Weg versperren. Pyramidenartig aufgestapelte Bockwurst-Dosen poltern zu Boden.

Aus der Gemüseabteilung tönt vielfaches Fluchen: Kaum noch Küchenkräuter da! Und das um viertel vor zwei, wo doch der Supermarkt bis abends um neun geöffnet hat. Da komme auch nichts mehr nach, deutet achselzuckend Jemand aus der überschaubar kleinen Schar des Servicepersonals an.

Petersilien-Krise vorm langen Wochenende.

„Das gibt’s doch nicht“, echauffiert sich die Frau vor mir, deren Rinderkraftbrühe mit Markklößchen nun ohne Petersilie auskommen muss.

„Unserer Oma wär das nicht passiert“, lächelt der Herr neben der Frau. „Die hatte nämlich ihren Kräutergarten.“

Stimmt! Früher waren viele Familien in ländlichen Gegenden Selbstversorger. Hatten Kräuterecken und Gemüsegärten. Keine Petersilie – unvorstellbar. Allein schon, weil dieses Kraut mehr ist als grüne Deko auf dem Tellerrand. Petersilie ist gesund! Und gegen Mundgeruch, beipielsweise wenn zu viel Knoblauch im Essen war.

 

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